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Stadtführer · Berlin

Street Art in Berlin: von der Mauer ins Museum

Keine Stadt hat eine Mauer wie Berlin. Wie die bemalte Mauer Europas Street-Art-Hauptstadt hervorbrachte – mit Mode 2, Kerim Seiler und den Orten, an denen man sie heute sieht.

Die Mauer, die East Side Gallery und Kreuzberg

In den 1980ern wurde die Westseite der Berliner Mauer zur längsten Leinwand der Welt. Die Franzosen Thierry NoirEN Wikipedia und Christophe BouchetEN Wikipedia bemalten kilometerweise Mauer mit bunten, flächigen Figuren – an einem Bauwerk, das offiziell auf DDR-Gebiet stand. Nach dem Mauerfall gestalteten 1990 118 Künstler aus 21 Ländern die East Side GalleryEN Wikipedia, rund 1,3 km Mauer entlang der Spree in Friedrichshain; sie gilt bis heute als längste Open-Air-Galerie der Welt.

Billige Mieten und leere Häuser machten Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte in den 1990ern zum Spielplatz für Graffiti und Paste-ups. Die beiden riesigen Wandbilder des Italieners BluEN Wikipedia aus Senigallia, der in Bologna lebt, an der Cuvrybrache in Kreuzberg wurden zu Wahrzeichen – bis sie 2014 aus Protest gegen die Gentrifizierung schwarz übermalt wurden. Heute gehören das RAW-Gelände, der Mauerpark, die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg und der Hof des Hauses Schwarzenberg in Mitte zu den besten Orten.

Berlin hat Street Art auch nach drinnen geholt: 2017 eröffnete Urban NationEN Wikipedia in Schöneberg als Museum für urbane Gegenwartskunst, und Galerien wie Urban SpreeDE Wikipedia in Friedrichshain zeigen Künstler wie Mode 2FR Wikipedia, einen Pionier des europäischen Graffiti. Der Schweizer Kerim SeilerEN Wikipedia, der in Zürich und Berlin lebt, steht für die andere Richtung: Kunst, die mit Neon, Skulptur und Architektur den öffentlichen Raum erobert.

Künstler

Mode 2

Geboren 1967 auf Mauritius · seit 1976 in London · erste Generation des europäischen Graffiti

Mode 2 kam als Kind von Mauritius nach London und begann 1984 in der Hip-Hop-Szene rund um Covent Garden zu malen. Seine Figuren – mit einer im Graffiti seltenen Präzision gezeichnet – machten ihn zu einem der wichtigsten Künstler der ersten europäischen Welle: Ein Werk von ihm kam auf das Cover des Buchs Spraycan Art (1987), das Graffiti weit über New York hinaus verbreitete.

Mitte der 1980er lebte er in Paris und malte mit den dortigen Crews; seither arbeitet er zwischen London, Paris und Berlin, wo seine Leinwände und Zeichnungen bei Urban Spree in Friedrichshain gezeigt werden. Seine Motive reichen von Boxern und Tänzern bis zur Hip-Hop-Kultur und dem Körper in Bewegung.

Auf dem Markt: Urban Spree in Berlin listet Originale von Mode 2 zu rund 2.700 bis 4.500 €.

Wände, Züge & öffentliche Werke: Wände in London, Paris und Berlin seit Mitte der 1980er. (Quelle)

Steckbrief
Geboren1967, Mauritius
Wohnt inLondon (seit 1976)
Aktiv seit1984
Medien
  • ✓ Zeichnungen
  • ✓ Leinwände
  • ✓ Murals
  • – Skulpturen
  • – Toys
  • – Filme
  • – Möbel
  • ✓ Bücher
  • – Grafik
Ausbildung–
GalerienUrban Spree
Früher bei–
ZusammenarbeitenCover von «Spraycan Art» (1987); Crews in London und Paris
Museen & Institutionen–
Ankäufe von Sammlungen–
Preise & Residenzen–
Presse, Interviews & FilmeSpraycan Art (book, 1987) · UP Magazine: 40 years of Mode 2 · Interview «Beyond the Street» (2010)
WikipediaFR Wikipedia
Zukünftiger Wert – Schätzung StreetArtValue–
Website–
Instagram–

✓ belegt · – keine Angabe in den Quellen

Kerim Seiler

Geboren 1974 in Bern · lebt in Zürich und Berlin · Kunst im öffentlichen Raum, Neon, Architektur

Kerim Seiler, 1974 in Bern geboren, arbeitet zwischen Zürich und Berlin. Er studierte in Genf und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Bernhard Johannes Blume und schloss 2011 einen Master in Architektur an der ETH Zürich ab. Sein Werk bewegt sich zwischen Malerei, Skulptur, Neon und Architektur – und sehr oft hinaus in den öffentlichen Raum.

Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören eine 250 Meter lange Neoninstallation im Zürcher Hauptbahnhof, der Pavillon Gulliver in Pfungen (2009), Relay in Johannesburg (2010), die Fassade Iris in Schlieren (2014), Space Knot im Landesmuseum Zürich (2016) und Skulpturen zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels (2016). Bekannt ist er auch für aufblasbare, molekülartige Skulpturen. Ausgestellt wurde er unter anderem in der Kunsthalle Zürich, im Kunsthaus Zürich, in der Schirn in Frankfurt und im Cabaret Voltaire.

Auf dem Markt: Vertreten von Grieder Contemporary in Zürich; Gemälde und Arbeiten auf Papier erscheinen auch auf dem Zweitmarkt (siehe Artnet).

Wände, Züge & öffentliche Werke: Große Werke im öffentlichen Raum: Neon im Zürcher HB, Gulliver (Pfungen), Relay (Johannesburg), Fassade Iris (Schlieren), Space Knot (Landesmuseum), Gotthard-Basistunnel. (Quelle)

Steckbrief
Geboren1974, Bern (Schweiz)
Wohnt inZürich und Berlin
Aktiv seit–
Medien
  • ✓ Zeichnungen
  • ✓ Leinwände
  • – Murals
  • ✓ Skulpturen
  • – Toys
  • – Filme
  • – Möbel
  • – Bücher
  • – Grafik
  • ✓ Objekte
  • ✓ Neon & Licht
  • ✓ Architektur
AusbildungESAV Genf; HfbK Hamburg (Bernhard Johannes Blume); MAS Architektur, ETH Zürich (2011)
GalerienGrieder Contemporary · Artnet
Früher bei–
Zusammenarbeiten–
Museen & InstitutionenKunsthalle Zürich, Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Cabaret Voltaire, Landesmuseum Zürich (Space Knot, 2016)
Ankäufe von Sammlungen–
Preise & Residenzen–
Presse, Interviews & Filme–
WikipediaEN Wikipedia
Zukünftiger Wert – Schätzung StreetArtValue–
Website–
Instagram–

✓ belegt · – keine Angabe in den Quellen

Was ist Berliner Street Art wert?

Ein Stück Mauer ist ein Souvenir, kein Kunstwerk – es sei denn, es trägt eine belegte Bemalung eines bekannten Künstlers. Leinwände und Arbeiten auf Papier etablierter Künstler werden über Galerien verkauft, oft im niedrigen vierstelligen Eurobereich, während große Werke im öffentlichen Raum gar nicht verkäuflich sind. Entscheidend sind Künstler, Originalität, Herkunft und Zustand. Für eine unverbindliche Einschätzung Ihres Stücks nutzen Sie unsere kostenlose Schätzung per Foto.

Quellen: Wikipedia-Artikel zu den Künstlern, zur East Side Gallery und zu Blus Wandbildern an der Cuvrybrache, Websites der Galerien (Urban Spree, Grieder Contemporary), Artnet, Urban Nation (Stand Oktober 2026). Auswahl durch StreetArtValue; die Künstler sind nicht mit uns verbunden.

Häufige Fragen

Was ist die East Side Gallery?

Rund 1,3 km Berliner Mauer entlang der Spree in Friedrichshain, 1990 von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt – die längste Open-Air-Galerie der Welt.

Wo sieht man Street Art in Berlin?

An der East Side Gallery, in Kreuzberg und Friedrichshain, auf dem RAW-Gelände, im Mauerpark, auf dem Teufelsberg und im Haus Schwarzenberg – und drinnen im Urban Nation in Schöneberg.

Ist ein Stück Berliner Mauer wertvoll?

Meist nur als Souvenir. Zum Kunstwerk wird es erst mit einer belegten Bemalung eines bekannten Künstlers und klarer Herkunft.

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